
Eine Weile ist es ja nun her, dass ich mich der Fortsetzung des Blogs widmen konnte.
Jedoch spannen mich nicht nur berufliche, sondern auch private Dinge unheimlich ein.
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Hier nun aber die Fortsetzung…
Mittlerweile arbeite ich nun seit einem knappen Monat als Intesive Care Student auf dem Pod. Der Pod ist nichts anderes als ein komplett ausgestattetes NEF. Wie bereits erwaehnt, hat jeder ICP seine eigene Tasche und seine eigenen Medikamente. Lediglich Midazolam, Morphin, Ketamin und Methoxyflourane muessen aus dem Safe genommen und im ‘Giftverzeichnis’ dokumentiert werden. Der Airwaykit umfasst die Intubation (Neugeborene bis Erwachsene), Larynxmasken, Koniotomie (die aber nicht im Skope of Practice enthalten ist!!), Magensonden, Kapnometrie/Kapnographieadapter fuer LP 12, Guedel- und Nasopharyngealtuben. Das LP 12 ist beinahe vollausgestattet (EKG, 12Kanal EKG, Kapnographie, SpO2, NIBD, Pacer, Defibrillator und synchronisierte Cardioversion), es fehlen jedoch die Temperatur- und die arterielle Druckmessung, wobei wir keine Intensivtransporte durchfuehren und diese Optionen somit nicht wirklich benoetigen. Desweiteren fuehren wir das Reperfusionskit mit. Dies beinhaltet nicht nur eine Reperfusion Checkliste, sondern auch Metalyse (10.000 Einheiten), Heparin und Clopidogrel. Nachdem die Lysetherapie ziemlich neu ist und vom Gesundheitsministerium sehr strict ueberwacht wird, muessen wir fuer jeden(!) Herzinfarkt ein extra Protokoll ausfuellen und auch dokumentieren, warum wir NICHT lysierten. Freigegeben ist Metalyse fuer uns momentan nur fuer den STEMI-Patienten, nicht aber fuer eine acute Lungenemoblie oder CPR. Kollegen jedoch kennen den Lauf der Dinge und wenn etwas Neues implementiert wird, schaut man erstmal mit Argusaugen drauf, um dann Schritt fuer Schritt die ‘Zuegel’ zu lockern und mehr Indikationen freizugeben. So ist z.B. Ketamin nicht fuer den Brandverletzten freigegeben. Sollte man den Scope of Practice jedoch einmal ‘situationsbedingt’ erweitern wollen, so ist es empfehlenswert vorher kurz den Medical Director (oder seinen Stellvertreter) telefonisch zu kontaktieren.
An Medikamenten fuehren wir mit (Intensive Care Paramedic mit einem * gekennzeichnet, alle anderen Medikamente werden auch von Advanced Care Paramedic mitgefuehrt)
Adrenalin                 Atropin*                 Amiodaron*                 Aspririn                                  Benztropine*                 Box Jellyfish Antivenom
Calcium*                 Ceftriaxone                 Clodidogrel*                 Furosemide*                 Glucagon                 Glucose
Glycerlotrinitrat                                                   Haldol*                                  Heparin*                 Hydrocortison*                 HyperHAES*
Ketamine*                 Lignocaine*                 Magnesium*                 Methoxyflourane                                  Metoclopramide
Midazolam                 Morphine                 Naloxone                 Paracetamol                 Promethazine*                 Salbutamol
Sodium Chloride 0.9%Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Sodium Bicarbonate*Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Tenecplase*
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Midazolam ist fuer den ACP ‘nur’ als intramuskulaere Injektion freigeben, fuer den ICP intravenous. Salbutamol ist fuer den ACP als Vernebler freigeben, fuer den ICP aber auch die i.v. Applikation. Evtl. fuehren nun Medikamente wie Calcium und Magnesium zur Verwirrung. Hintergrund hier sind aber, im Falle von Calcium die verdachtigte Hyperkaliaemie. Calcium selbst machts nichts gegen die Hyperkaliaemie, jedoch veringert Calcium die Erregbarkeit der Herzmuskelzellen und soll so die negative Wirkung der Hyperkaliaemie in Bezug auf die Herzmuskelzellen eindaemmen. Auch verwenden wir Salbutamol fuer die Hyperkaliaemie, um dem Kalium den Eintritt in die Zelle zu erleichtern. Dann noch Sodium Bicarbonat, dass einen Shift von Natrium in die Zelle erreicht und Kalium mit sich nimmt. So wird das ‘Problem’ nach intrazellulaer verlagert und letztlich dann in der Klinik kausal therapiert. Leider haben wir hier doch immer wieder mit diesen Situationen zu tun, was aber auch das Crush-Syndrome beinhaltet.
Als invasive Massnahmen sind freigeben (* nur fuer ICP):
Einlegen einer LMA                 Intubation (nasal, endotracheal)*                 iv-Zugang                 V. jugularis externa*
i.o Zugang mit EzIO*                 Thoraxentlastungspunktion                                  Frakturreposition                 IPPV & IPPB
PEEP Ventil*                                  Defibrillation                 Cardioversion*                                  Pacing*                                  praeklinische Lyse*
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RSI ist uns nicht gestattet, da die Studienlage nicht unbedingt dafuer spricht. Nicht wg. den Paramedics, sondern wg. dem Outcome der Patienten. Trotzdem wird es aktuell diskutiert. Ferner wird Fentanyl wohl freigegeben werden. Fuer den ICP als iv Administration, fuer den ACP via Zerstaeuber.
Bemerkenswert ist, dass der ACP eine Ausbildung von drei Jahren hat. Diese mischt sich beinahe 1:1 mit Schule, sprich Uni, und Taetigkeit auf der Ambulance. Sowohl der ICP als auch der ACP muss sich alle zwei Jahre rezertifizieren. Diese Regelung wird intensiv beachtet und ermoeglicht eine hohe Versorgungsqualitaet. Fuer Kritiker sei hier am Rande bemerkt, dass es bisher KEINE Zwischenfaelle mit Morphin gab! Und das seit ueber zehn Jahren. Aktuell wird auch in Brisbane eine Studie durchgefuehrt, um die Komplikationsrate bei Thoraxdrainagen und RSI durch Paramedics eingehender zu beleuchten. Diese Studie wird vom Medical Director (frueherer Oberarzt im Emergency Room eines Level 1-Trauma Centres und Anaesthesist) durchgefuehrt und unter seiner Aufsicht(!) werden diese Massnahmen durchgefuehrt und evtl. Probleme ausfuehrlich dokumentiert. Er selbst schreitet hierbei nicht ein, ausser der Pat. laesst sich nicht intubieren.
Auch sei hier bemerkt, dass man immer noch Paramedics sucht. Wer also interessiert ist, kann mich gerne jederzeit kontaktieren!
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